Welche Faktoren beeinflussen den Wein?

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Das Klima hat einen großen Einfluss auf den Wein. Weinanbau ist nur zwischen dem 30 und 50. Breitengrad auf der Nordhalbkugel und zwischen 30. und 40. Breite auf der Südhalbkugel möglich. Wir unterscheiden zwischen cool und hot climate Anbaugebieten. Zu den cool climate Gebieten gehören in Europa der Norden Spaniens, Italien und Frankreich. Klassische hot climate Gebiete sind die Tallagen in Chile und Argentinien sowie Südafrika und Australien.

Innerhalb dieser Länder unterscheidet sich das Klima aufgrund von Höhenlagen, Nähe zu Meeren, Flüssen und Gebirgen.

Auf den Boden kommt es an. Weinanbau wird mit unterschiedlichem Erfolg auf kalkhaltigen Lehm, Schiefer, Granit- und Schwemmlandböden betrieben. Aber nicht nur der Boden ist wichtig, sondern auch die Körnigkeit des Bodenskeletts wie die Größe der Kiesel, die organische Zusammensetzung des Bodens wie die Kalkhaltigkeit und die Fähigkeit, Wasser zu speichern.

Alte Monastrell-Rebe in Jumilla

Alte Monastrell-Rebe in Jumilla

In Südspanien im Sherry-Dreieck ermöglicht die Wasserspeicherfähigkeit der dort vorherrschenden Albariza-Böden trotz Regenknappheit einen intensiven Weinanbau. Die Licorellaböden des Priorats geben dem Weine spezielle Aromen, die diese Weine unverwechselbar machen.

Die Lage ist entscheidend. Hochebenen, Tallandschaften, an Flussläufen, Ausrichtung nach der Sonne, Südostlagen beeinflussen das Wachstum der Rebe und bedingen unterschiedlich lange Vegetationszyklen. Kosten Sie im Priorat eine Garnacha-Traube, die in einer Höhe von 200 und 750 m geerntet wird. Sie werden staunen!

Die Pflanze trägt die Rebe. Jede Rebsorte prägt den Wein und ist unverwechselbar. Eine Cabernet Sauvignan bringt viele Aromen wie schwarze Johannisbeeren und Cassis, viele grobkörnige Tannine und einen hohen Säureanteil mit. Ein Wein aus der  Tempranillo  ist dunkelrot, hat viele Fruchtaromen nach Kirsche und roten Beeren, eine mittlere Säurestruktur und sehr feine Tannine.

Der Wein wird im Weinberg gemacht. Heute werden die Rebstöcke zumeist in Drahtrahmenerziehung aufgestockt. Damit gehen der Rebschnitt, der im Sommer für die Belüftung der Reben sorgt, die Düngung und gegebenenfalls die Bewässerung einher. Die physiologische Reife, der Gesundheitszustand der Traube und der optimal Lesezeitpunkt beeinflussen entscheidend die Qualität der Trauben.

Im Keller folgt das Finish. Nach der Lese entscheidet der Winzer, wie der Wein weiter ausgebaut wird. Junge Weine, die früh auf den Markt kommen, werden in der Regel nur im Edelstahltank ausgebaut. Hier stehen die Fruchtaromen und die Frische im Vordergrund.  Weine, die auch nach Jahren noch trinkbar sein sollen, reifen oxidativ im Barrique. Neben den Fruchtaromen sollen auch Röstnoten und exotische Gewürze dem Wein Profil verleihen.

Weiche Weine mit Röstaromen von Luzo aus Jumilla

Die Weine der Bodega Luzon reifen in Barriques

Entscheidend ist natürlich die Frage, in wie weit und wie gewichtet diese Faktoren in den Wein eingehen. Letztendlich schwer zu beantworten und das führt zum Terroir:

„Das Terroir ist eine einzigartige und abgegrenzte geographische Einheit, über die ganzheitliche Kenntnisse in Hinsicht der Wechselwirkung zwischen physikalischen und biologischen Umfeld und den angewandten landwirtschaftlichen Praktiken vorliegen.” Vgl. Hans-Jörg Böhm, Rebsortenatlas Spanien und Portugal, Ullmer 2011

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