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Stephan Henne
Physiotherapeut +
Carloskunde
LAN Reserva 2005
"Mein Lieblingswein aus der Rioja. Eine Reserva traditionell ausgebaut mit herrlichen Aromen nach roten Früchten und Schokolade."
0,75l nur 11,95 €

Mit Carlos in die Rioja
Aus dem Tagebuch meiner Reisen in die RIOJA
Weinlese - ein Tag in den Weinbergen bei der Bodegas Luis Cañas
„Sei Montag um 7.00 Uhr hier“, sagte der Firmenchef Juan Luis Cañas zu mir. „Meine Önologin José begleitet Dich mit den Pflückern in die Weinberge.“ Voller Erwartung war ich Ende September letzten Jahres in die Rioja geflogen. Mein Ziel: die Weinlese aus der Nähe mitzuerleben. Etliche Bodegas hatten schon vorher abgesagt. Keine Zeit. Bei der Bodegas Luis Cañas in Villabuena renne ich offene Türen ein.
Es ist Erntezeit. Die arbeitsreichste Zeit in der Rioja. Tausende Wanderarbeiter aus Südspanien, Portugal und Osteuropa überschwemmen die Rioja. Auch in der Bodegas Luis Cañas spüre ich Hektik und Betriebsamkeit. 24 Arbeiter zumeist aus der Region Murcia mit ihren Wurzeln in Ecuador sind wieder gekommen. Sie kommen schon seit Jahren. „Zufriedene Arbeiter leisten mehr und es ist wichtig, zuverlässige und erfahrene Pflücker zu haben. Gute Arbeit, guter Lohn. Das ist nicht überall so,“ sagt Juan Luis.
In den nächsten 4 Wochen werden sie jeden Tag 10 Stunden arbeiten. Kein Wochenende. Die Arbeit beginnt um 7.00 Uhr, von 13.00 bis 15.00 Uhr ist Mittagspause, danach arbeiten sie weiter bis zum Dunkelwerden. Abends wird in kleinen Gruppen zusammen gekocht. Heute gibt es Bacalao con Tomato, Salat, Brot, Wasser und Wein. Lecker. Kochen, essen, ein wenig erzählen und dann schlafen. Das Klicken der Scheren verfolgt sie bis in den Schlaf. Klick, klick.
Die Zimmer sind sauber. Die Wohnung hat mehrere Duschen und eine große Küche. Alle zwei Tage fahren zwei Pflücker abends in den Supermarkt und kaufen alles, was man zum Leben braucht. Außer Heimat.
7.00 Uhr. Es dämmert noch. Ich fahre mit José und den Pflückern in die Weinberge. Zuerst werde ich misstrauisch beäugt. Ein Fotograf in den Weinbergen. Nach einem Gruppenfoto entspannt sich die Atmosphäre. Die Pflücker schneiden die Reben von den Weinstöcken und tragen die Kästen zum Traktor. Man hört das Klicken der Scheren. Klick, Klick. Die Arbeit ist anstrengend. Es ist nebelig, die Reben und die Erde sind feucht. Erst gegen Mittag kommt die Sonne durch und vertreibt den Nebel. Es wird wärmer. Die Pflücker arbeiten zu zweit. Die Frau schneidet die Reben, der Mann schneidet Reben und bringt die Kästen zum Traktor.
Kästen werden bei höherwertigem Lesegut genommen. In den Kästen ist eine Markierung und nur bis hier werden die Kästen gefüllt. So werden die Kästen nicht überladen und die Trauben nicht zerdrückt. Sie wiegen gefüllt zwischen 12 und 15 kg und sind stapelbar. Bei anderen Reben werden Bottiche gewählt. Sie wiegen gefüllt ca. 35 kg. Dieses Lesegut wird dann auf einem Anhänger ausgeschüttet und in die Bodega gefahren.
Heute wird die Truppe unter der Leitung von José in sieben Parzellen ernten. Die Önologin bestimmt einen Tag zuvor, welche Parzellen abgeerntet werden. Häufig ist es notwendig, in einer Parzelle zweimal zu lesen, da die Trauben eines Rebstocks nicht zur selben Zeit reif sind. Handverlesen werden sie allemal. In manchen Parzellen werden die Rebstöcke heute mit Sensoren überwacht. Bei Luis Cañas erhofft man sich dadurch Rückschlüsse, wie sich die Rebstöcke bei Regen, Sonne und Kälte verhalten. Die Satellitenüberwachung der Rebflächen soll klären, ob sich der Klimawandel auf die Qualität der Reben auswirkt. Hi-Tech. Bald gibt es Wein in Norwegen.
Auf den Strassen in dem Dreieck Abalos, Baños de Ebro und San Vicente de la Sonsierra sehe ich Hunderte von Traktoren beladen mit Trauben. Bis in den späten Abend wird das Rebgut in der Bodegas Luis Cañas angenommen. Hier werden von jeder Lieferung Proben genommen, analysiert und von einem Mitarbeiter des Consejo Regulador kontrolliert. Juan Luis steht stets daneben, sein Vater mittlerweile über achtzig hilft derweilen am Selektionstisch mit, die schlechten, unreifen Trauben auszusortieren. Ein mittelständiger Familienbetrieb – aufstrebend und freundlich.
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